Matinee des Hoyerswerdaer Kunstvereins mit dem Bläsertrio Angela Ladewig, Petra Voigt und Sabine Kegel, dazu Gedichte von Rainer Maria Rilke.

Erstellt: Sonntag, 17. November 2019 Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 21. November 2019 Geschrieben von Christine Neudeck

Verstehst du, was die Bäume säuseln?

Matinee des Hoyerswerdaer Kunstvereins mit dem Bläsertrio Angela Ladewig, Petra Voigt und Sabine Kegel. Gedichte von Rainer Maria Rilke begleiten die Musik.

Barbara Kegel und Helene Schmidt, vorn, Petra Voigt, Angela Ladewig und Sabine Kegel. (hinten, von links) Wenn in einer Matinee Musik von Fauré und von Komponisten aus dem Zeitalter der Empfindsamkeit des 18. Jahrhunderts zu hören ist, kommt man, was die passende Lyrik betrifft, sehr schnell auf Rainer Maria Rilke. Die inne wohnende Melodie der Rilke-Verse klingt melodisch und melancholisch wie Musik in Moll, denn "die Einsamkeit ist wie ein Regen, sie steigt vom Meer den Abenden entgegen... und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt."
Drei Musikerinnen spielen in ihrer Freizeit gemeinsam klassische Musik, das Repertoire ist weit gefächert, die Stücke arrangieren sie meist selbst für Flöte, Oboe und Klarinette. Angela Ladewig beherrscht die Querflöte, Petra Voigt die Oboe und Sabine Kegel ist mit der Klarinette zu hören. Arrangiert wurde für alle drei Instrumente, aber auch für Flöte und Oboe oder Flöte und Klarinette, was für ein kurzweiliges Hörerlebnis sorgte.
Die weiteren Stücke der Matinee von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen, von Bartok, Purcell, Tschaikowski, Grieg, Mozart, Beethoven und vielen weiteren Komponisten folgen einer herbstlich warmen und etwas wehmütigen Stimmung, dazu hatte Helene Schmidt die Gedichte Rainer Maria Rilkes ausgewählt, die sie gemeinsam mit Barbara Kegel sehr eindrucksvoll vortrug. "Die Blätter fallen, fallen wie von weit her, als welkten in den Himmeln ferne Gärten..." dieses Bild konnte man vor Augen behalten, wenn die Musikerinnen spielten, mal melancholisch einfühlsam, dann wieder beschwingt wie zur fröhlichem Tanz, dann schickte die Sonne einen Strahl "durch Wolken grau und trüb, es ist ein Gruß voll Wonne, ein süßer Gruß vom fernen Lieb." Eine solche Wonne nahmen die Zuhörer gern und dankbar mit nach Hause, ebenso das beschwingte Gefühl von Klezmer-Musik zum Abschluss.
Ein besonderer Dank ergeht an die drei Musikerinnen, die die ziemlich anspruchsvollen Stücke neben ihren stressigen Berufen lange einüben müssen. Das gemeinsame Proben ist wegen der großen räumlichen Entfernung voneinander nicht oft möglich und erstaunte um so mehr wegen der hohen Qualität des Zusammenspiels. Ihre musikalische Ausbildung erhielten Angela Ladewig, Petra Voigt und Sabine Kegel in den 1980er Jahren an der Musikschule Hoyerswerda, deren damaliger Leiter, Helmut Hammer, ihnen für das langjährige Weiterführen des Gelernten dankte, zufrieden und stolz zugleich.

Helmut Hammer, ehemaliger Leiter der Musikschule Hoyerswerda (rechts), beglückwünscht Petra Voigt, Angela Ladewig und Sabine Kegel  (von links).

 

 

 

 

 

 

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