Ausstellungseröffnung "Zimmobilien" von und mit Dieter Zimmermann in der Kulturfabrik Hoyerswerda

Erstellt: Freitag, 11. Januar 2019 Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 15. Januar 2019 Geschrieben von Christine Neudeck

Die sehr realen Phantasiebilder des Dieter Zimmermann

Ausstellungseröffnung "Zimmobilien" von und mit Dieter Zimmermann (*1948) in der Kulturfabrik Hoyerswerda

Dieter Zimmermann zur Ausstellungseröffnung "Zimmobilien" in der Kulturfabrik Hoyerswerda Schon im Plakat zur Ausstellung "Zimmobilien" in der Kulturfabrik Hoyerswerda wird die Vielfalt sichtbar, die der Maler Dieter Zimmermann vor Augen hat, wenn er das Haus, die Immobilie, zum Thema seiner Bilder wählt. In hundertfältiger Variation, mit Hintersinn, einem lachenden und einem weinenden Auge, stellt er dar, was das Haus aus seinen Bewohnern macht und umgekehrt, was der Mensch mit seiner Behausung macht. Oft haben die Bilder eine zentrale Mitte, ein leeres Haus, ein Haus in Flammen, die eigene Scholle mit Sonne, Mond und einem Zaun, Häuser, in denen berühmte Leute wohnten, Menschen, die ein- und ausziehen und, und, und...
Mit Sprachwitz und Kunstsinn hält Jörg Sperling, der Kustos des Museums "Dieselkraftwerk" Cottbus, eine wunderbare Laudatio auf Künstler und Bilder. Das unbewegliche Haus, die "Zimmobilie" des Dieter Zimmermann, kann man besitzen oder besetzen. "Seine reihenweise sich scheinbar ins Unendliche fortpflanzenden Behausungen transportieren hintersinnig die Hoffungs- und Abgründe der menschlichen Existenz in, um sowie außer- und unterhalb der eigenen vier Wände. "
Und so scheinen sich die kleinformatigen Bilder von Dieter Zimmermann tatsächlich zu einer Comic-Geschichte des Menschen über die Jahrtausende zu formen, je intensiver man sie betrachtet. In bewusst naiver Malerei werden in jedem Bild ganz kleine Details zu einer großen Geschichte: Wer sind die Brandstifter für Haus- und Weltenbrand? Warum stehen Häuser leer? Weshalb sind die Bilder selten heiter? Wie sehen Immobilienhaie aus? Wer hat eine Leiche im Keller? Warum sind manche Häuser oder auch Figuren hell und farbig, andere grau und schwarz? Wie fühlt sich der Mensch, wenn sein Haus unter Wasser steht oder von der Flut weggeschwemmt wird? 
Geschichten und Fragen ohne Ende, eben unendlich. Der Besuch der Ausstellung ist eine heitere und ernste Reise zugleich in das menschlichste aller Bedürfnisse, das Wohnen. Es ist sicher, dass Kinder in dieser Ausstellung mehr entdecken können als Erwachsene, denn auch die chinesische Nachtigall, die in einem Käfig wohnt, das Märchen von Hans Christian Andersen, ist zu finden. 
Dieter Zimmermann kommt nicht zum ersten Mal nach Hoyerswerda, er arbeitete von 1973 bis 1981 in der Produktionsgenossenschaft "neue form" in Seidewinkel und stellte mehrfach in der "Kleinen Galerie" des Kulturbundes aus, die vom Freundeskreis der Künste und Literatur, dem heutigen Kunstverein, initiiert worden war.
Noch bis zum 11.03. 2019 kann der "Häuslebildhauer" Dieter Zimmermann, der heute im Spreewald lebt, im "Kunstraum Braugasse" der Kulturfabrik Hoyerswerda entdeckt und bewundert werden.

"Ausgezogen" "Chinesische Nachtigall" "Zimmobilien"

 

 

 

 

 



"Zimmobilien" Michael Kruschka, links, eröffnet die Ausstellung. Im Hintergrund der Laudator, Jörg Sperling

 

 

 

 



Mit freundlicher Genehmigung von Sächsische Zeitung, Hoyerswerdaer Tageblatt

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