Die blaue Blume und die Landschaft der Lausitz - Bilder und Grafiken von Prof. Wolfram Hänsch

Erstellt: Montag, 24. April 2017 Zuletzt aktualisiert: Freitag, 28. April 2017 Geschrieben von Katrin Demczenko

Professor Hänsch stellt im Seenland Klinikum aus

Prof. Hänsch zur Vernissage seiner Ausstellung im Klinikum Hoyerswerda 2017 Am vergangenen Montag eröffnete eine Vernissage die Ausstellung "Die blaue Blume und Landschaft der Lausitz" mit Zeichnungen, Bildern und Radierungen von Professor em. Wolfram Hänsch. Die Werke des jahrzehntelang als Lehrer an der Hochschule für bildende Kunst Dresden tätigen Malers sind bis zum 18. August wochentags zwischen 9 und 16 Uhr in der geriatrischen Tagesklinik des Lausitzer Seenland Klinikums Hoyerswerda zu sehen. Darüber informierte der Geschäftsführer des Hauses Jörg Scharfenberg. In seiner Ansprache sagte er, dass sich Patienten und Mitarbeiter "wohler und aufgehobener" fühlen mit künstlerischen Arbeiten an den Wänden. Er hob auch die heilungsfördernde Wirkung von Kunstwerken hervor. Die Ausstellung haben aber nicht allein Mitarbeiter des Klinikums organisiert, der Hoyerswerdaer Kunstverein unter seinem Vorsitzenden Martin Schmidt war dabei verlässlicher Partner. Schüler des Lessinggymnasiums Hoyerswerda gestalteten die gut besuchte Vernissage mit Gitarrenmusik und Gesang.
Professor em. Wolfram Hänsch präsentiert Werke, die die Landschaft der Oberlausitz mit ihren Burgen sowie Porträts von Künstlern der Romantik zeigen. Mit dem Zeichenzeug entdeckte er in den 1980er Jahren die Lausitzer Region von der Wallfahrtskirche Rosenthal bis Wittichenau und zeichnete Dorfansichten, Torbögen aus Sandstein und die typischen Wegkreuze. Teilweise entstanden farblich zurückhaltende Kreide- und Pastellbilder, manchmal war dem Künstler ein Bleistift genug, um den von ihm ausgewählten Teil der Wirklichkeit festzuhalten. Stille Aquatintaradierungen von Schlössern wie Scharfenberg, Batzorf und Siebeneichen hat Professor Hänsch in akribischer mühevoller Arbeit den Radierplatten entlockt. 2013 schuf er auf diese Weise Porträts des Malers Caspar David Friedrich, des Märchensammlers Ludwig Tieck und anderer Künstler des 19. Jahrhunderts. Nur allein die Farben schwarz, vielfältigste Grautöne und weiß sowie alle möglichen Schraffuren reichen Professor Hänsch aus, um den Charakter eines Motivs einzufangen. Selbst ein unscheinbares Treppenhaus stellte er als Radierung dar und begründete die Wahl des Ortes mit den unregelmäßigen Formen des Raumes und den abgenutzten Stufen, die ihn fasziniert hatten. Der Künstler gibt kleinen Formaten fast immer den Vorzug, "um das Ganze als Ganzes in seinen Distanzen und Formgestalten im Blick zu halten".
Martin Schmidt als Laudator erklärte, dass "Malen die Wiedergabe eines menschlichen Empfindens" ist und das Professor Hänsch's Bilder die Romantik sächsischer Orte aufnehmen. Sie stehen in ihrer stillen sensiblen Art in der Tradition seines Lehrers an der Hochschule für bildende Kunst Dresden Hans Theo Richter. Er erwähnte auch, dass Medizin die Kunst ist, Menschen wieder gesund zu machen und führte so zum Seenland Klinikum als Ausstellungsort zurück. Evi Prüger aus Hoyerswerda und Barbara Kegel aus Bernsdorf freuen sich jedenfalls, ohne Patient zu sein in einem Krankenhaus Kunstwerke anschauen zu können.
Prof. Hänsch, Schloss Ssharfenberg Prof. Hänsch,  Novalis, der Dichter der Blauen Blume der Romantik Prof. Wolfram Hänsch, Landschaft der Oberlausitz

 

 

 

 

 

 

Laudator Martin Schmidt, links, und Jörg Scharfenberg, rechts zur Vernissage von Prof. Hänsch

 

 

 

 

 

 

 

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