Von Paris zu den Schlössern an der Loire, ein Vortragsabend von Manfred Dietrich

Erstellt: Dienstag, 11. April 2017 Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 18. April 2017 Geschrieben von Christine Neudeck

Ein Hauch von Weltgeschichte in Stadt und Schloss und Garten

Manfred Dietrich, Vortrag 2017 beim Hoyerswerdaer Kunstvereien Manfred Dietrich, Schwepnitz, erfasst Geschichte auf seine Weise, durch genaues Hinsehen und durch Erahnen von Zusammenhängen. An vielen Vortragsabenden konnten das die Zuhörer schon erleben, bei Reisen nach Istanbul, durch Sizilien von Syrakus bis Selinunte, bei einem Besuch der Mönchsrepublik Athos, einer Reise durch Bretagne und Normandie oder bei einem Spaziergang durch Ravenna. Faszinierend immer wieder, obwohl beinahe "uralt", die Projektion von Diapositiven mit ihrem ganz eigenen Reiz. 
Heute also eine Reise nach Paris über Reims und weiter über Chartres zu den Schlössern an der Loire. 
Frankreichs geistiges, wissenschaftliches und wirtschaftliches Zentrum ist unzweifelhaft Paris, das schon im 5. Jahrhundert als Hauptstadt des Frankenreiches gegründet wurde. Geschichtliches Zeugnis dieser vergangenen 1500 Jahre finden sich hier auf Schritt und Tritt. Sie zeugen von der Ausstrahlung des Absolutismus auf ganz Europa, von der Französischen Revolution, von Napoleonischer Zeit, aber ebenso von den unzähligen Kriegen mit England und Deutschland. Auch das Leben im heutigen Frankreich ist bunt wie eh und je. 
Louvre und Versailles haben tausende Geschichten zu erzählen, die Champs-Élysées und die Triumphbögen für Herrscher aller Art, der Place de la Bastille, die Kathedrale Notre-Dame, Sacré-Cœur de Montmartre Sacré-Cœur de Montmartre und die Krypta Napoleons im Invalidendom, jedes für sich ein abendfüllendes Programm. 
Manfred Dietrich führt sachkundig durch Geschichte und Architektur all dieser Sehenswürdigkeiten auf einer Bilderreise durch Paris bis an die Loire, die als Standort für die "Wochenendschlösser" ausgewählt wurde, weil die Gegend ein idealer Rückzugsort hinsichtlich der Angriffe von Feinden war, weit genug von allen Grenzen entfernt und gut kontrollierbar. Heute befinden sich an der Loire und ihren Nebenflüssen etwa 600 prachtvolle Schlösser, so viele, wie nirgendwo sonst auf der Welt an einem Ort. 
Die prächtigsten davon sind Königsschlösser, wie Chambord, Blois oder Amboise, die heute von Touristen aus allen Ländern bestaunt werden. Viele wurden nach der französischen Revolution geplündert, aber schon ab Mitte des 19.Jahrhunderts restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Doch ebenso eindrucksvoll und prächtig präsentieren sich die Schlösser von hochstehenden Persönlichkeiten des Hofes. Am Schloss Villandry erstrecken sich über mehrere Terrassen kunstvolle Barock-Gärten, die von unsichtbarer Hand auf das Schönste gepflegt werden. Als weiteres Highlight ist die Bibliothek im Schloss Serrant zu nennen, die 12.000 Bände wertvoller Schriften beherbergt, in einem mit Ebenholz getäfelten Saal, der zudem mit wertvollen Wandteppichen ausgestattet ist. 
Das Wasserschloss Chenonceau wurde von Katharina von Medici bereits im 16. Jahrhundert erworben und umfangreich umgebaut, es steht auf einer Brücke mitten im Fluss, die auf jeder Seite mit dem Ufer durch eine Zugbrücke verbunden ist und über weitere riesige Nebengebäude verfügt. Heute noch in privater Hand, wurde es 2000 aufwendig restauriert; ein Besuchermagnet dank des tollen Wasserschloss Chenonceau Konzepts einer vielfältigen Nutzung, die sehr authentisch wirkt trotz eines modernen Managements. 
Wer die Schlösser an der Loire schon kannte, erhielt neue Einblicke und wer noch nicht, dem wurde die Landschaft ein wenig zum Sehnsuchtsort, ein anregender Exkurs in jeder Hinsicht.

 

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