Die Illustratoren der Bücher von Eva und Erwin Strittmatter. Dr. Manfred Schemel berichtet von seinen Begegnungen mit den Künstlern

Erstellt: Donnerstag, 30. März 2017 Zuletzt aktualisiert: Montag, 03. April 2017 Geschrieben von Martin Schmidt

Freude an Büchern und ihren Illustratoren

Dr. Manfred Schemel erzählt von seinen Begegnungen mit den Illustratoren der Bücher von Erwin und Eva Strittmatter. „Die Illustratoren der Bücher von Eva und Erwin Strittmatter“ lautete der Titel des jüngsten Gesprächs am Kamin des Hoyerswerdaer Kunstvereins. Sowohl für Dr. Manfred Schemel, den langjährigen Vorsitzenden des Strittmatter- Vereins, als auch für die zahlreich erschienenen Zuhörer – viele von ihnen Verehrer des Dichterehepaares - war dieses Thema gleichsam eine „Uraufführung“. Wohl hatten sich die eifrigen Leser beim Erscheinen der Bücher des Schriftstellers Erwin und der Poetin Eva Strittmatter an den Illustrationen und den Bucheinbänden gefreut, jedoch selten über die Vielzahl sehr bekannter bildenden Künstler reflektiert, die den Büchern der Strittmatters das äußere wie das innere Bild verliehen. Der Referent aus Cottbus bedankte sich, bei Vorbereitung für diesen Abend zu dieser bisher kaum geübte Sicht auf die Buchgestalter gelockt worden zu sein. Deren Phantasie – und Gestaltungsreichtum bewundere er. Jeder von ihnen bewies nicht nur eine eigene Nähe zu den Schriftstellern, sondern auch zu deren Texten und ihrem Anliegen. Lothar Sell, der „Ochsenkutscher“ und „Ein Dienstag im September“ illustrierte, meinte „In Strittmatters Texten sehe ich die ganze Welt“. Der Schriftsteller und der Graphiker waren in benachbarten Regionen der Niederlausitz aufgewachsen. Erwin Strittmatter bekannte „Der Sinn meines Lebens heißt, mein Leben zu erzählen.“ Der Strittmatter-Kenner Dr. Schemel folgte den Erscheinungsdaten der Bücher, die er auf einem langen Tisch aufgebaut hatte, hielt die Originalfassungen der Bilder hoch, erzählte deren zeitliche und landschaftliche Einordnung, machte neugierig auf den Inhalt der Strittmatterschen Werke – sowohl zum Erstlesen als auch zum erneuten Entdecken ihres Zaubers. Nicht nur die Namen bekannter Zeichner und Maler – wie Karl von Appen, Bühnenbildner am Brecht-Theater, der „Tinko“ bebilderte, Hans Baltzer, der bekannte Kunstbuchgestalter zierte .Zu „Pony Pedro“„Schulzendorfer Kramkalender“, gestaltete Hans Baltzer Blätter. Arno Mohr schuf 10 Holzschnitte zu „Der Laden“. Albrecht von Bodecker zeichnete für die Bücher beider Schriftsteller, der Maler Hubertus Giebe hielt Begegnungen in Schulzenhof fest, Klaus Ensikat, Werner Schinko, Paul Schulze-Liebisch, der Schüler von Heinrich Zille und Hans Baluschek wurde genannt. Des Staunens war kein Ende. Leider hatten Bauarbeiten die Elektroleitung gekappt, was zu spät bemerkt wurde, so dass die Bilder zunehmend unerkennbar wurden. Das Gespräch
setzte sich beim Licht aus Handy-Lampen fort, so dass Gast und unentwegte Gäste von dem bildnerischen Reichtum der Buchkunst kosten konnten. Der einladende Vorsitzende entschuldigte sich. Als beschämter Gastgeber war er traurig. Der Tag und Abend waren bisher hell, keine anders lautende Nachricht war mitgeteilt worden. Zukünftig wird gemeinsam noch sorgsamer vorbereitet, um sich – wie bisher immer – der Freude an der Kunst widmen zu können. Dr. Manfred Schemel gelang es, nicht nur neue Aspekte zu den Büchern der Strittmatters mitzuteilen, sondern auch auf die Kunst des Buchgestaltens stärker zu achten. Die Gespräche werden im Kunstverein fortgesetzt, gemeinsam ist noch manch Interessantes zu entdecken. 

Illustrationen zu Büchern von Erwin und Eva Strittmatter Hubertus Giebe, Skizzenblätter aus Schulzenhof, dem Wohnsitz von Eva und Erwin Strittmatter Aquarelle von Hans-Jürgen Gaudeck zu Gedichten von Eva Strittmatter

 

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