Der Freundeskreis Hoyerswerda-Rotterdam besucht Krimpenerwaard, Gouda und Rotterdam

Erstellt: Freitag, 23. Oktober 2015 Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04. November 2015 Geschrieben von Katrin Demczenko, Christine Neudeck

Hoyerswerda-Rotterdam, eine Rotterdam vom Waterbus aus gesehen, 2015 Verbindung der Herzen

Zehn Stunden Fahrt mit dem Zug oder Auto nach Lekkerkerk (Niederlande) nahmen einige Mitglieder des Hoyerswerdaer Kunstvereins gern in Kauf, um erneut gute Freunde zu treffen. Das jährliche, seit 1990 stattfindende Wiedersehen mit dem Freundeskreis Hoyerswerda- Rotterdam in den Niederlanden oder in Deutschland möchte kein Teilnehmer missen, bedeutet es doch, gemeinsam Gegenwart und Vergangenheit der Heimatländer zu entdecken und sich privat noch näher zu kommen. 
2015 hatten die Niederländer Ausflüge in die Städte Breda mit dem Grab der Ahnen der heutigen niederländischen Königsfamilie, die "Käsestadt" Gouda, "ihre" Stadt Rotterdam und das Baggermuseum Sliedrecht vorbereitet. Wir besuchte mehrere riesige Kirchen, von denen die St. Janskirche Gouda die längste der Niederlande ist. Die vielen bunt bemalten Glasfenster zeigen Begebenheiten der biblischen und niederländischen Geschichte und wurden Mitte des 16. Jahrhundert angefertigt. Die Protestanten, denen das Gotteshaus 1573 zugewiesen wurde, haben sie erhalten, vor Beginn des Zweiten Weltkrieg ausgelagert und so ihre Zerstörung verhindert.
Die weltoffene Stadt Rotterdam begeisterte mit ihrer abwechslungsreichen modernen Architektur. Jedes Gebäude, die meisten mussten nach dem verheerenden Bombenangriff der Nazis im Zweiten Weltkrieg neu erbaut werden, zeigte die Meisterschaft seiner Baumeister. Die deutschen und niederländischen Freunde konnten aber auch noch Häuser des alten Rotterdam entdecken, wie zum Beispiel die Laurenskerk. Dort entstand, so erzählte Maren Schröder von der niederländischen Gruppe, die Idee der Bildung ihres Freundeskreises. Die wie ein Tor gestaltete, innen bunt mit Früchten ausgemalte Rotterdamer Markthalle war ein weiterer Höhepunkt und lockte die Besucher mit Leckereien der Region hinein. Davor fand ein großer Trödelmarkt statt, wo Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, die die niederländische Sprache miteinander verband, ihre Waren feilboten. Das Beispiel zeigt, wie auch Deutschland mit den Flüchtlingen umgehen sollte.
Der ehemalige Seemann Harald Schmeling führte uns durch den riesigen Rotterdamer Hafen und erklärte dessen Ausbaustufe Maasvlakte 2, die jetzt errichtet wird. Viele mächtige Baggerschiffe schütten dafür neues Land in der Nordsee auf, um künftig auch den weltweit größten Containerschiffen Anlegemöglichkeiten zu geben. Das Baggermuseum Sliedrecht hat zu diesen Vorgängen gut verständliches Grundwissen vermittelt, denn in der Landgewinnung und im Schutz von Wohngebäuden, Industrieanlagen und Feldern vor Sturmfluten sind die Niederländer wahre Meister.
Genauso gut sind sie es bei der Herstellung des weltbekannten Gouda-Käses. In einer kleinen Käserei konnten die Freunde nachvollziehen, wie "Goudse Boerenkaas" (Goudaer Bauernkäse) entsteht. Frische Kuhmilch wird mit direkt aus Kälbermägen gewonnenem Lab angedickt, die Masse mit der Käseharfe zerschnitten und die Molke abgegossen. Viele weitere Schritte in Handarbeit und eine Lagerzeit von vier Wochen bis über 12 Monate sind nötig, um aus dem Käsebruch die runden goldgelben Laibe mit dem aromatischen Geschmack zu machen. Die Freundeskreis Rotterdam-Hoyerswerda  wird 2016 wieder einmal Hoyerswerda besuchen, so dass das Miteinander weiter gedeihen kann. Katrin Demczenko

Viel Spaß mit unserem Rückblick per Video von Christine Neudeck

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