Lausitzer Rundschau, Kira Potowski, Weltreisende aus Hoyerswerda

Erstellt: Mittwoch, 11. Juli 2012 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 12. Juli 2014 Geschrieben von Sascha KLein

Weltreisende aus Hoyerswerda

Kira Potowski am Schloss Hoyerswerda

Die 24-jährige Kira Potowski träumt von Südamerika und zieht für ein Jahr nach Südkorea. Kira Potowski hat es eilig. Ein paar Tage Hoyerswerda müssen genügen. Dann geht es zurück in die weite Welt. Mit den USA hat ihre persönliche Weltreise begonnen, dann Spanien, Argentinien, Osnabrück. Jetzt zieht es das Ehrenmitglied des Kunstvereins nach Asien. 
Hoyerswerda. Viele Gäste, viele Umarmungen: „Kira, lange nicht gesehen“, sagen die meisten. Kira Potowski steht vor dem Eingang zum Hoyerswerdaer Schloss. Ein Teil der Gäste ihres Vortrags beim Kunstverein am Dienstagabend kennt sie seit Kindertagen. Durch ihre Mutter Angela ist sie „geborenes Ehrenmitglied“ des Vereins - eine Auszeichnung, die nur ganz wenigen zuteil wird. Die 24-Jährige ist auf dem Sprung – mal wieder. „Ich habe ihr schon öfter gesagt, dass sie mal ein paar Tage mehr in Hoyerswerda einplanen soll“, sagt Mutter Angela und lacht. Kira Potowski rollt mit den Augen. Selbst die Tage in der alten Heimat waren voll mit Terminen - einkaufen, Ärzte, Vortrag vorbereiten. Die junge Frau, die ihr Abitur am Lessing-Gymnasium absolviert hat, hat ein Faible fürs Reisen und fürs Entdecken. Während ihres Austauschjahres in den USA, da war sie 15, gab es eine krasse Heimwehperiode, erzählt sie. Aber wenn die erst überstanden sei, dann lockt das Neue immer mehr.
Beim Kunstverein hat Kira Potowski einen Vortrag über europäische Emigranten in Argentinien gehalten – und über den Weg des spanischen Schriftstellers Federico Garcia Lorca, der zu großen Teilen auch ihrer gewesen ist. „Das war allerdings mehr ein Zufall, dass die Stationen übereingestimmt haben“, sagt Kira Potowski. Zunächst hatte die Hoyerswerdaerin Kulturmanagement an der Hochschule Zittau/Görlitz studiert und war dann für ein Jahr an die Universität nach Salamanca in Spanien gegangen. Es folgten Stationen in Berlin und Osnabrück – bis sie die Pfade Lorcas in Buenos Aires wieder aufnahm.  Inzwischen ist für sie Berlin ein Stück Zuhause. „Mich zieht es in große Städte“, sagt sie. Selbst Osnabrück mit seinen knapp 165 000 Einwohnern war ihr auf Dauer nicht groß genug. In Hoyerswerda ist sie seit ihrem Abitur nur noch unregelmäßig. „Aber wenn ich da bin, nehme ich gerne einen Vortrag beim Kunstverein wahr“, sagt sie und lacht. So viel Zeit muss sein. Der Vortrag am Dienstag, bei dem ihre Mutter auch Auszüge von Lorcas Texten vorgetragen hat, war nicht etwa die Vortragspremiere. Inzwischen sind Mutter und Tochter dabei längst ein Team. „Bei Lorca habe ich mich eher aufgedrängelt“, sagt sie. Auch in Zukunft kann sich Mutter Angela Potowski sicher sein, dass sie ihre Tochter eher selten zu Gesicht bekommt. Am Mittwochmorgen ist sie Richtung Kolumbien aufgebrochen, wollte auf dem Flughafen Berlin-Tegel übernachten. In Kolumbien besucht sie Bekannte, die sie während des Studiums kennengelernt hat. Anschließend setzt sie ihr Studium fort – in Südkorea. In der Zehn-Millionen-Metropole Seoul will sie ihren Doppel-Master machen – anerkannt von der Hochschule Osnabrück und der Kyung-Hee-Universität Seoul. Das Fach beschäftigt sich mit Wirtschaft und Management und nennt sich „International Business and Management“.
So kommt Kira Potowski immer weiter in der Welt herum. Ankommen möchte sie allerdings in Südamerika. „Dort herrscht eine völlig andere Lebenseinstellung als in Deutschland“, sagt sie. „Die Leute dort arbeiten, um zu leben und nicht umgekehrt, wie hier.“ Zudem steht sie auf Tango und die lateinamerikanische Musik. Womöglich wird dort einmal ihr Lebensmittelpunkt – in einigen Jahren. Wohin es sie dann verschlägt, ist ungewiss. Buenos Aires ist ein heißer Kandidat. Jedoch wird es auch darauf ankommen, in welchem Beruf Kira Potowski dann arbeitet. Sie kann sich einen Mix aus Kultur und Wirtschaft vorstellen – womöglich bei einer Stiftung. Was jetzt bereits sicher ist: Wenn Kira Potowski das nächste Mal in Hoyerswerda ist, werden alle sagen: „Kira, lange nicht gesehen.“
Mit freundlicher Genehmigung von Lausitzer Rundschau, Rundschau für Hoyerswerda 

Zugriffe: 3006