Wie sich Neuntklässler der 1. Mittelschule Hoyerswerda „Am Stadtrand“ auf den Brigitte-Reimann-Wettbewerb vorbereiteten.

Erstellt: Freitag, 27. Januar 2012 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 12. Juli 2014 Geschrieben von Katrin Demczenko

Schüler entdecken die Schönheiten von Hoyerswerda-Altstadt

Die Schüler in der Ausstellung mit Frank Schöne

Zu den Arbeiten des II. Brigitte-Reimann-Jugendwettbewerbs „Grüße an Franziska Linkerhand“ gehörten u.a. Zeichnungen der Neuntklässler des Neigungskurses Kunst der 1. Mittelschule Hoyerswerda „Am Stadtrand“. Zur Einführung in den Wettbewerb stellte ihnen ihre Kunstlehrerin Betty Kahlert natürlich die Schriftstellerin Brigitte Reimann, ihr Schaffen und ihre Zeit in Hoyerswerda vor und erarbeitete mit den Schülern die vorgegebenen Aufgabenstellungen. Im Kurs hatten sich alle gemeinsam dafür entschieden, Bleistiftzeichnungen der Hoyerswerdaer Altstadt anfertigen.
Aber um den 15 Schülern noch zusätzlich Anregung und Anleitung für ihre Arbeit zu geben, besuchte Betty Kahlert mit ihnen die Ausstellung des Malers Frank W. Schöne im Lichthof des Rathauses. Der Hobbykünstler hatte dort 59 Zeichnungen und Malereien gezeigt, in denen er den Stadtumbau von Hoyerswerda und die Veränderungen im Lausitzer Seenland darstellt. Er führte die teilweise sehr interessierten Schüler durch seine Ausstellung und erklärte ihnen, wie und warum er sich für ein Motiv entscheidet, welchen Einfluss die Wahl seines Standortes auf die Gestaltung des Bildes hat und nach welchen Kriterien er schließlich seine Maltechnik festlegt. Dazu gehörten auch Aussagen über die Licht- und Schattengestaltung, denn diese hat großen Einfluss auf die Atmosphäre, die das fertige Bild vermittelt. An diese Hinweise und die Reihenfolge für die Erarbeitung einer Zeichnung konnte sich David Gohritz, einer der Schüler, noch gut erinnern. Zuerst solle er vor Ort eine Skizze anfertigen, die ihm dann zu Hause als Grundlage für das entstehende Bild dient, hatte der Maler gesagt.
Außerdem erfuhren die Schüler von Frank W. Schöne noch, dass er selbst schon seit seiner Schulzeit malt, sich viele Techniken autodidaktisch angeeignet hat und warum er gerade diese Kunstform für sich nutzt. Das fand die Schülerin Susann Sachse spannend, bekam sie doch so „einmal Einblick in das Leben eines Künstlers“.
Frank W. Schöne zeigte in der Ausstellung mit farbigen Aquarell-, Acryl- und Wachskreidearbeiten ebenso wie mit Kohle- und Bleistiftzeichnungen seine Vielfalt als Künstler. Er stellt den Abriss von Hochhäusern in Hoyerswerda-Neustadt sowie Motive aus der Altstadt und dem Zoo dar, weil all das zusammen das Gesicht von Hoyerswerda prägt.
An den Bleistiftzeichnungen des Schlosses und der Langen Straße hatten die Schüler, unter ihnen Susann Sachse und Martin Unger, naturgemäß stärkeres Interesse. Susann Sachse war begeistert von der Architektur der Langen Straße und wählte das Motiv deshalb auch für ihre Zeichnung. „Wie die Menschen früher gebaut haben, finde ich spannend.“ Martin Unger wählte die Eingangsseite des Hoyerswerdaer Schlosses für seinen Wettbewerbsbeitrag, „weil es ein beeindruckendes Wahrzeichen unserer Stadt ist“. Der Schüler konnte die Jury damit überzeugen und erhielt einen Anerkennungspreis. Kunstlehrerin Betty Kahlert hat das sehr gefreut, „weil Martin beim Malen ein guter ‚Arbeiter’ ist.“ David Gohritz, der ebenfalls sein Bild einreichte, zeichnete die Senftenberger Straße zwischen dem Rathaus auf der einen und dem modernen Einkaufszentrum „Fließhof“ auf der anderen Seite. Die Spannung, die in dieser Konstellation steckt, hat ihn zu seiner Motivwahl geführt, so der Schüler.
Ein besonders schöner Effekt des Wettbewerbes war, dass die beiden Jungen jetzt in der zehnten Klasse den Vertiefungskurs Kunst für sich gewählt haben und somit weiter dabei sind, mit wachem Auge, Pinsel und gespitztem Bleistift die Veränderungen in Hoyerswerda wahrzunehmen und festzuhalten.
Der Hobbymaler Frank W. Schöne hat gern zum Gelingen des Brigitte-Reimann-Jugendwettbewerbes beigetragen und war überrascht von der Neugier, die einige Schüler für seine Arbeiten entwickelten. Er ist zufrieden mit der Qualität der eingereichten Schülerarbeiten. „Das Ergebnis ist erstaunlich und gibt mir Aufschluss über die große Motivation und vielfältige Kreativität unserer Jugend“, so sein Fazit.
Deshalb wird er die Zusammenarbeit mit der 1. Mittelschule auch vorsetzen, freut sich Betty Kahlert. Die Schüler des Vertiefungskurses Kunst Klasse 10 werden wie dieses Jahr schon, so auch im nächsten, in einer besonderen Unterrichtsstunde von Frank W. Schöne Persönliches aus seinem Leben und Schaffen erfahren.



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