33. Fest der sorbischen Poesie in Hoyerswerda

Erstellt: Donnerstag, 15. September 2011 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 12. Juli 2014 Geschrieben von Martin Schmidt

33. Fest der sorbischen Poesie - „To krasne slowo je – Dies ist ein herrlichs Wort“

Am Montag, dem 26. 9. 2011, um 19 Uhr gestalten Akteure des 33. Festes der sorbischen Poesie im Schloss Hoyerswerda ein musikalisch-literarisches Programm in Erinnerung an den 200.Geburtstag des sorbischen Dichters Jan Kilian.
Es steht unter dem Motto „To krasne slowo je - Dies ist ein herrlichs Wort“, einem Gedicht von Jan Kilian (1811-1884). Die Dichterinnen und Dichter des Sorbischen Künstlerbundes Benedikt Dyrlich (Bautzen), Roza Domascyna (Bautzen), Peter Huckauf (Berlin), Kito Lorenc (Bautzen), Marion Quitz (Leipzig), sind zu Gast in Hoyerswerda. Sie stellen eigene Texte vor.
Gerald Schön (Dresden) am Flügel begleitet von Oksana Weingardt-Schön (Dresden) singt Lieder von Jan Kilian, die Kito Lorenc, Roza Domascyna und Jan Wendisches Museum in Serbin (Texas) Mahling nachdichteten: lebensnahe leidenschaftliche Text voller Liebe zum Leben, zum sorbischen Volk und zur Lausitz wie jenes „Die Lieb ist allen gut, sie hat Geduld die Fülle. Nur Zärtliches sie tut in Freundlichkeit und Stille“. 
Der Dichter, Pfarrer, Auswanderer und Stadtgründer wurde 1811 in Döhlen bei Hochkirch geboren, studierte in Leipzig und Basel, war Pfarrer in Kotitz und Weigersdorf/Klitten. 1846 erschien die erste Sammlung seiner Kirchenlieder, für die er auch Melodien schuf, die heute noch gesungen werden. 1854 gründete sich in Dauban ein Auswandererverein gegründet. Mit 531 sorbischen Gemeindemitgliedern wanderte Jan Kilian im gleichen Jahr unter sehr schwierigen Bedingungen in die USA aus. Dort gründeten sie die Stadt Serbin (Texas). Im Jahr 1884 starb Jan Kilian dort. is zum Beginn des 20.Jahrhunderts wurde dort die sorbische Sprache gepflegt. Die Zeißiger Volkstanzgruppe gestaltet derzeit ein Tanz-Programm zum Wendish-Fest in Serbin (Texas).
Die Bautzener Wissenschaftlerin und Autorin Trudla Malinkowa schrieb: „Jan Kilian war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, ein Mann hoher Intelligenz und starken Charakters, ausgestattet mit Führungseigenschaften und erfüllt von dem Drang, sein Leben dem Willen Gottes unterzuordnen.“
Alle Freunde der sorbisch-deutschen Kultur der Lausitz sind herzlich eingeladen, an diesem Treffen der bedeutendsten sorbischen Dichter der Gegenwart teilzunehmen. Martin Schmidt   

Programm zur Veranstaltung:

1. (Bariton)/Oksana Weingardt -Schön (Piano): “To krasne słowo je” – “Dies ist ein herrlichs Wort” (Worte: Kilian; Melodie: Kilian/Krawc)
2. M. Schmidt/B.Dyrlich: Begrüßung
3. Schön/Weingardt-Schön: “Žohnowana zemja” – “Dieser Erde Gaben” (Worte und Melodie: Kilian)
4. Lesung: Marion Quitz (Leipzig)
5. Schön/Weingardt-Schön: “Zbudźenje za Serbow” - “Über sorbischem Volk und Heimatland” - (Worte: Kilian; Melodie: Kilian/Krawc)
6. Lesung Peter Huckauf (Berlin)
7. Schön/Weingardt-Schön: “Bóh mandźelstwo chce žohnować” – “Gott will den Ehebund segnen” (Worte: Eschenburg; Melodie: Krygaŕ; sorb. Übersetzung: Kilian)
8. Lesung Benedikt Dyrlich (Bautzen)
9. Schön/Weingardt-Schön: “Zbóžnosć w nadźiji” – “Von ferne wir schon blinken sahen ”
(Worte und Melodie: Kilian)
10. Lesung Róža Domašcyna (Bautzen)
11. Schön/Weingardt-Schön: “Łódź po morju jědźe naša” – “Reise durch das Meer des Lebens” (Worte und Melodie: Kilian)
12. Lesung Kito Lorenc (Wuischke)
13. Schön/Weingardt-Schön: “Ow wola lubosće”- “O Liebeswille du” (Worte: Kilian; Melodie: Kilian/Krawc)

 

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